Katarzyna Wielga-Skolimowska Künstlerische Direktorin Kulturstiftung des Bundes
Maria Kalesnikava Musikerin und Bürgerrechtlerin
Dr. Birgit Schneider-Bönninger Kulturdezernentin der Stadt Bonn
Steven Walter Intendant Beethovenfest Bonn
Moderation: Leonie Reineke
Ort: Kammermusiksaal, Beethovenhalle
Im zentralen Podiumsgespräch geht es am Beispiel der Musik um die Frage, welche Rolle Kunst und Kultur in offenen Gesellschaften oder autoritären Regimes einnehmen. Vor dem Hintergrund der Freiheitsbewegung in Belarus und der Erfahrungen von Maria Kalesnikava diskutieren mit ihr – moderiert von Leonie Reineke – die Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, Katarzyna Wielga-Skolimowska, die Kulturdezernentin der Stadt Bonn, Dr. Birgit Schneider-Bönninger, sowie der Intendant des Beethovenfests, Steven Walter.
Sie fragen sich, ob es nicht-politische Kunst überhaupt geben kann, weil jede Kunst unter gesellschaftlichen Bedingungen entsteht – auch die vergangener Jahrhunderte. Angesichts der Zeitgenossenschaft der Künstler:innen und Kulturschaffenden sind sie auch in freien Gesellschaften abhängig von der finanziellen Situation und auch der Öffentlichkeit. Andererseits lassen sich Kunstwerke oft nicht auf eine bestimmte Botschaft festlegen. Sie können von verschiedenen politischen Positionen vereinnahmt werden oder auch berechtigte Kritik an gesellschaftlichen Missständen üben.
Während man sich in Belarus in konkrete Gefahr begibt, wenn man mit künstlerischen Mitteln Kritik an der Regierung übt, setzen sich Künstler:innen und Kulturinstitutionen in unserer liberalen Demokratie immer öfter dem Vorwurf aus, ›zu links‹ zu sein, wenn Programme Themen wie Gerechtigkeit, Toleranz oder Achtsamkeit behandeln. Wie begegnet man als Kulturveranstalter:in der Sorge, sich durch Positionierung angreifbar zu machen?
Wo verläuft die Grenze zwischen der Notwendigkeit, in der Kultur Haltung zu zeigen, und der Freiheit der Kultur und des Künstlers oder der Künstlerin von politischem Druck?